ZIKADENGESÄNGE
Live-Mitschnitt der Konzert-Lesung vom 13-06-2026 | 19:00
TEIL 1 [ 29:13 ]
TEIL 2 [ 29:31 ]
TEIL 3 [ 13:28 ]
01 ANTON JOSEPH LAUBER [1864–1952]
Prélude
Das Œuvre des Schweizer Komponisten Anton Joseph Lauber umfasst über 200 Werke, darunter Sinfonien, Konzerte, Kammermusik, Vokalwerke und eine Oper. Stilistisch verbindet er die deutsche Spätromantik mit Einflüssen des französischen Impressionismus, insbesondere von Massenet, Debussy und Duparc.
↗ Wie ein Klavierstück breitet sich Laubers Prélude et Fugue à deux voix über zwei Systeme aus. Seine für Flöte ungewöhnliche Notationsform enthüllt die polyphone Anlage eines Werkes, das auf einem eigentlich einstimmigen Instrument erklingt.
02 PIERRE-MAX DUBOIS [1930–1995]
Dance
Pierre-Max Dubois war ein französischer Komponist und Pianist. Sein Œuvre umfasst Klavierstücke, Orchester- und Vokalmusik sowie zahlreiche Werke für Holzblasinstrumente, besonders für das Saxophon, dem er einen wichtigen Platz im Repertoire einräumte. Stilistisch blieb er der tonalen und melodischen Tradition verpflichtet. Seine Musik zeichnet sich durch klare Linienführung, lebendige Melodik und klangliche Transparenz aus.
↗ Dance (1960), ein Stück voll Leichtigkeit und humorvoller Harmonien, macht sich die flinke Beweglichkeit der Flöte zunutze. Artikulation und pulsierende Rhythmik des Werks sind typisch für eine „französische Spielfreude“.
03 ANTON MATASOVSKY [1925–2013]
Pastorale für Flöte allein
Anton Matasovsky verbindet traditionelle Musikerfahrung mit einer eigenständigen Ton- und Klangsprache. Nach einer Karriere als Orchestermusiker in Bratislava (ČSR) floh er 1965 nach Wien und setzte seine Laufbahn international fort. Erst im Alter von 77 Jahren wandte er sich der Komposition zu und studierte in Wien. In kurzer Zeit entstand ein Œuvre mit über 100 Werken.
↗ Matasovskys Pastorale bietet keine bukolische Idylle, sondern eine Klanglandschaft, die zwischen modalem Zentrum und freier Tonalität oszilliert und der Flöte eine fast orchestrale Mehrschichtigkeit verleiht.
04 PAUL HINDEMITH [1895–1963]
Acht Stücke für Flöte allein
Paul Hindemith war ein deutscher Komponist der Neuen Musik, Dirigent und vielseitiger Musiker. In seiner frühen Schaffensphase schockierte er mit schroffen Rhythmen, Dissonanzen und Jazz-Elementen und galt als „Bürgerschreck“. Nach dem Verbot seiner Werke in Nazi-Deutschland emigrierte er in die Schweiz und später in die USA. Hindemith entwickelte eine freie Tonalität zwischen Dur-Moll und Schönbergs Atonalität; als Lehrer und Theoretiker wandte er sich gegen das romantische Genieideal.
↗ Die Acht Stücke für Flöte allein (1927) sind differenzierte Miniaturen, jedes Stück arbeitet mit knappem motivischem Material: kantabel-ruhig die eine, die anderen tänzerisch bis energisch und herb. Die sachliche, freitonale Struktur betont die kontrapunktische Logik, während die natürliche Beweglichkeit der Flöte in allen Passagen spürbar bleibt.